Wer einen geliebten Menschen zu Hause pflegt, leistet Tag für Tag Großartiges. Doch die Belastung ist hoch, eigene Bedürfnisse treten oftmals in den Hintergrund. Im Alltag bleibt häufig kaum Zeit für ausreichend Schlaf, einfach mal einen Moment der Ruhe oder gar Hobbys. Pflege wird schnell zu einer echten Herausforderung – körperlich, organisatorisch und mental. Genau deshalb ist Urlaub für pflegende Angehörige kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen und langfristig gesund zu bleiben. Viele zögern jedoch, eine Reise zu buchen, denn wer soll sich in dieser Zeit kümmern? Der Gesetzgeber hat mit der sogenannten Verhinderungspflege genau für diese Situation Unterstützung geschaffen.
Was ist die Verhinderungspflege und wer hat Anspruch?
Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegekasse, die immer dann einspringt, wenn die Hauptpflegeperson vorübergehend an der Pflege gehindert ist. Gründe dafür können Erkrankungen oder Krankenhaus- sowie Reha-Aufenthalte, aber eben auch Urlaube sein. Anspruch besteht, wenn die zu pflegende Person mindestens den Pflegegrad 2 hat und zuvor wenigstens sechs Monate lang von einer privaten Pflegeperson im häuslichen Umfeld betreut wurde. Die Pflegekasse übernimmt dann Kosten für eine Ersatzpflege für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr. Wenn Verwandte ersten oder zweiten Grades oder Personen, die im selben Haushalt wie die pflegebedürftige Person leben, die Verhinderungspflege leisten, gibt es vergleichsweise geringe Beträge. Dann wird nämlich maximal der doppelte Satz des Pflegegeldes im jeweiligen Pflegegrad von der Pflegekasse übernommen. Bei Pflegegrad 3 sind das zum Beispiel maximal 1.198 Euro. Dieses Budget soll unter anderem Verdienstausfälle oder Fahrtkosten ausgleichen. Doch Verhinderungspflege kann nicht nur ehrenamtlich geleistet werden, auch von ambulanten Pflegediensten kann dies übernommen werden. Das ist für pflegende Angehörige oft eine besonders große Entlastung, weil sie so wissen, dass die Pflege in professionellen und erfahrenen Händen liegt. Natürlich sollte auf seriöse Anbieter geachtet werden. Die Pflegeagentur24 in Essen wurde beispielsweise vom medizinischen Dienst mit der Bestnote 1,0 bewertet, sodass man ihr die Pflege mit einem guten Gefühl anvertrauen kann. Die Pflegekasse trägt für Verhinderungspflege durch gewerbliche Anbieter die Kosten von bis zu 3.539 Euro jährlich. Dieser Betrag bleibt unverändert, egal ob Pflegegrad 2 oder 5 vorliegt. Wichtig zu wissen: Während der Verhinderungspflege wird die Pflegesachleistung in voller Höhe weiter erstattet. Allerdings wird das Pflegegeld für den Zeitraum halbiert, davon ausgenommen sind der erste und letzte Tag der Verhinderungspflege.
Die Vorteile von Verhinderungspflege
Im Gegensatz zur Kurzzeitpflege, bei der der Pflegebedürftige temporär in einem Heim untergebracht wird, kann er während der Verhinderungspflege in seinem Zuhause und damit in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Der gewohnte Tagesablauf bleibt (zumindest größtenteils) bestehen. Das kann eine Menge Stress nehmen. Kümmern sich andere Familienangehörige oder nahestehende Personen, kann sich das ebenfalls beruhigend auf die zu pflegende Person auswirken. Manchmal ist jedoch auch das Gegenteil der Fall. Möglicherweise wird es als unangenehm empfunden, wenn plötzlich der Enkel oder die Schwester für die Hauptpflegeperson einspringen soll. Insbesondere bei intimen Tätigkeiten wie der Unterstützung bei der Körperhygiene oder dem Toilettengang, kann dies auf beiden Seiten mit Scham und Überforderung verbunden sein. Professionelle Pflegedienstleister sind deshalb oft die bessere Wahl. Zwar sind sie zunächst fremd, die Fachleute sind jedoch bestens mit allen Pflegeszenarien vertraut und wissen genau, was sie tun. Selbst in medizinischen Ausnahmesituationen können sie sofort und fachgerecht reagieren. Mit diesem Wissen kann die Hauptpflegeperson ihren wohlverdienten Urlaub wirklich genießen, ohne in ständiger Sorge um die Daheimgebliebenen zu sein. Und das ist wirklich wichtig. Studien zeigen, dass pflegende Angehörige auf Grund der hohen Belastung ein deutlich erhöhtes Risiko haben, psychisch zu erkranken. Depressionen, Angststörungen und Burnout sind unter Pflegenden weitverbreitet. Eine Auszeit aus dem Pflegealltag kann dazu beitragen, die mentale Gesundheit zu stärken und für dringend benötigte Entlastung sorgen. Ein tolles Urlaubsziel zum Erholen und Kraft tanken ist zum Beispiel am Meer, denn Wellenrauschen wird von vielen Menschen als beruhigend wahrgenommen.
